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GÜNSTIGER STROM AUS VOLLGEHEBERTEM KLEINWASSERKRAFTWERK
Hoher Wirkungsgrad & niedrige Kosten beim Kleinwasserkraftwerk in Perlen:
Beachtliche Energiepotentiale liegen in überalterten oder stillgelegten Niederdruck- Wasserkraftwerken in der Schweiz. Das Beispiel des Kleinwasserkraftwerks der Papierfabrik Perlen zeigt, dass mit innovativen Ansätzen und konsequenter Planung eine Erneuerung zur industriellen Selbstversorgung wirtschaftlich sein kann. Eine Variantenstudie zeigte den Handlungsspielraum auf und kreiste optimale Lösungen ein. Erstaunlicherweise war die Dreimaschinenlösung wirtschaftlich überlegen, da bei dieser Variante einfachere Bauarten möglich wurden. Erstmals in der Schweiz kommt ein „vollqehebertes“ Kleinwasserkraftwerk mit Turbinen ohne Abschlussorgane zum Einsatz. Die Gesamterneuerung mit drei vertikalen, einfach regulierten Kaplanturbinen brachte wirtschaftliche Vorteile im Bau und zusätzlich für Wartung und Betrieb. Dank der gleichzeitigen Erneuerung des Kanals und Einlaufs wurde die Energiegewinnung optimiert und der Betrieb für die nächsten Jahrzehnte gesichert.
1. Einlaufspirale
Präzise Schalungen sichern den Bau der optimalen Einlaufspirale. Diese verteilt die Druck- und Geschwindigkeitsenergie gleichmässig auf die fixen Stützschaufeln.
2. Laufrad
Das Laufrad ist identisch wie jenes einer klassischen Kaplan Turbine. Verstellbare Schaufeln passen das Laufrad automatisch dem Wasserdargebot an.
3. Generator
Die drei langsamlaufenden, 24-poligen Generatoren arbeiten ohne Getriebe, was ruhigen und wirtschaftlichen Betrieb garantiert. Zudem erreichen sie bessere Wirkungsgrade als Schnelläufer und Getriebe zusammen.
4. Saugrohr
Die 3 Hochleistungs-Saugrohre wandeln die Geschwindigkeitsenergie mit hohem Wirkungsgrad in Druck, respektive Saugwirkung auf das Laufrad um.
Bei der Heber-Bauweise wird der höchste Punkt des Turbineneinlaufs über dem Oberwasser Spiegel angelegt, so dass von sich aus kein Wasser in die Turbine fliesst. Aufwendige Schützen und Leitapparate entfallen. Es genügt eine fest angeschweisste Stützschaufelreihe.
Entlüften zum Anfahren
Eine kleine Standard-Vakuumpumpe sorgt mit Luftabsaugung für das Anlaufen der Turbinen.
Normalstopp
Die Turbinen können auch konventionell durch Schliessen der regulierbaren Laufräder stillgesetzt werden. Dank der luftdichten Einlaufspirale bleibt die Evakuierung stundenlang erhalten und die Maschinen stehen sekundenschnell wieder zur Verfügung.
Belüften für Schnellstopp
Durch Öffnen der Luftklappe fällt die Wasserlast innert Sekunden von der Turbine ab. Der Wasserspiegel in der Spirale pendelt gegen den Oberwasserstand und die Maschinenlaufen in Luft aus. Grosszügige Belüftungsventile (Abb. links) sorgen für das schnelle Abfallen des Triebwassers und schützen die Generatoren vor Überdrehzahl. Das Konzept eignet sich bei relativ konstanter Wasserführung, wie dies in Perlen der Fall ist.
| Bruttogefälle (ca. Nettogefälle) | 2,7 m (2 bis 3,4 m) |
| Nenn-Wassermenge | 3 x 15 m3/s |
| Schluckfähigkeit der Anlage | 48 m3/s |
| Elektrische Nennleistung | 3 x 342 kWel = 1026 kWel |
| Synchrongeneratoren | 3 x 440 kVA / 500 V / 125 min-1 |
| Gruppenwirkungsgrad bei Nennlast | 86% (cos phi = 1.0) |
| Laufradregulierte Kaplanturbinen | 2'100 mm, 4-flügelig, CuAI-Bronze |
| Wellen und Lager | Vertikalachsig, direktgekuppelt |
| Heberbauweise, Hebung | 50 cm über Oberwasserspiegel |
| Mittlere Produktionserwartung | 7'800'000 Kilowattstunden pro Jahr |